Hochstamm-Feldobstbäume

Obstanlagen mit Hochstamm-Feldobstbäumen verschönern das Landschaftsbild und verleihen ihm seine Identität.

Grosse Obstgärten kombiniert mit anderen halb-natürlichen Lebensräumen in der Nähe (andere Obstgärten, Hecken, extensive Weiden, ...) sind von grossem ökologischem Wert.

Sie bieten verschiedene Lebensräume für Tiere wie Vögel, Fledermäuse und Insekten.

Wichtigste Voraussetzungen und Auflagen gemäss DZV

Qualitätsstufe I

Bäume und Standort

 

  • Kernobst-, Steinobst- und Nussbäume sowie Kastanienbäume in gepflegten Selven
  • Müssen auf der eigenen oder auf der gepachteten LN stehen
  • Oberhalb der Stammhöhe mind. 3 verholzte Seitentriebe
  • Ganz abgestorbene Bäume sind Beitragsberechtigt, sofern sie einen Brusthöhendurchmesser von mind. 20cm haben und als Baum erkennbar sind.
  • Stammhöhe bis zu den Seitentrieben:
    • Steinobstäume: mindestens 1,2 m
    • Übrige Bäume: mindestens 1,6 m

 

Baumabstand

 

  • Muss normale Entwicklung und Ertragsfähigkeit der Bäume gewährleisten; die Angaben der gängigen Lehrmittel sind einzuhalten.

 

Pflege


  • Mulchen auf Baumscheibe ist zulässig.

 

Düngung

 

  • Erlaubt; Wenn auf extensiv genutzter Wiese, 1 Are pro Baum der extensiv genutzten Wiese für Beiträge und Anrechenbarkeit reduzieren.

 

Pflanzenschutzmittel

 

  • Keine Herbizide, um den Stamm frei zu halten, ausser bei jungen Bäumen vor dem 5. Standjahr
  • Angemessener Pflanzenschutz der Bäume erlaubt
  • Kein Pflanzenschutzmitteleinsatz bei Bäumen mit weniger als 10m Abstand (ab Stamm zum Gehölz) bei Waldrand, Hecken, Feld- und Ufergehölzen sowie zu Gewässern.
  • Pflanzenschutz-Massnahmen, die der Kanton anordnet, sind umzusetzen

 

Anrechnung

 

  • Ab 1 Baum/Betrieb
  • Umrechnung in BFF: 1 Are/Baum, maximal 100 Bäume/ha
  • Kumulierbar mit der Anrechngung von extensiv und wenig intensiv genutzten Wiesen, Streueflächen oder extensiv genutzen Weiden im Unternutzen

 

Beiträge

 

  • Ab 20 beitragsberechtigten Bäumen je Betrieb
  • Maximal für 120 Bäume/ha bei Kern- und Steinobst (ausser Kirsche) und für 100 Bäume/ha bei Kirsche, Nuss sowie Edelkastanien
  • Kumulierbar mit den Beiträgen von extensiv und wenig intensiv genutzten Wiesen und extensiv genutzten Weiden im Unternutzen

 

Verpflichtungsdauer

 

  • Mindestens 1 Jahr

 

Qualitätsstufe II

Fläche und Dichte

 

  • Mind. 20 a , mind. 10 Bäume (mind. 20 anrechenbare Bäume pro Betrieb)
  • Mind. 30, max. 120 Bäume pro ha, bei Kirsche, Nuss und Edelkastanie max. 100

 

Bäume

 

  • Maximal 30 m Abstand zwischen den Bäumen
  • Mindestens 1/3 der Bäume weist einen Kronendurchmesser von mehr als 3 m auf
  • Fachgerechter Baumschnitt
  • Anzahl Bäume bleibt während der Verpflichtungsdauer mindestens konstant
  • Abgestorbene Bäume können stehen gelassen werden und sind zählbar

 

Zurechnungsfläche und Strukturen

 

  • Zurechnungsfläche
  • Extensiv genutzte Wiese
  • Wenig intensiv genutzte Wiese der Qualitätsstufe II
  • Streuefläche
  • Extensiv genutzte Weiden und Waldweiden der Qualitätsstufe II
  • Bunt- und Rotationsbrache
  • Saum auf Ackerfläche
  • Hecke, Feld- und Ufergehölz
  • im Unternutzen oder in einer Distanz von maximal 50 m mit folgender Grösse:
  • 0-200 Bäume: 0,5 Aren/Baum
  • bei über 200 Bäumen: 0,5 Aren/Baum für die ersten 200 Bäume und 0,25 Aren/Baum für die weiteren Bäume
  • Strukturen
  • Strukturen zur Förderung der Biodivresität und/ oder Nisthilfen für Vögel oder Fledermäuse kommen regelmässig vor.

 

Verpflichtungsdauer


  • Mind. 8 Jahre

 

 

 

Geeignete Standorte

 

  • Besonnte Standorte mit leichter Neigung und tiefgründigem Boden
  • Schattige, windexponierte, Standorte mit Frostrisiko (Senken) oder stehendem Wasser vermeiden

 

Massnahmen für Flora und Fauna

 

  • Abgestorbene stehende Bäume oder Totholz an den Bäumen für Insekten und in höhlenbrütenden Vögel belassen
  • Fläche unter den Bäumen extensiv bewirtschaften (gestaffelt mähen; bei Beweidung: Bestossungsdichte reduzieren und stehengelassenes Gras nicht systematisch mähen)
  • Struktren für Tiere im oder in der Nähe des Obstgartens anlegen (Stein-, Asthaufen, Trockensteinmauern, offene Bodenstellen, usw.)
  • Nisthilfen für Höhlenbrüter anbieten
  • Fungizide vermeiden: sie zerstören Flechten auf der Baumrinde
  • Dauerhaftigkeit des Obstgartens garantieren: Pflanzung neuer Bäume je nach Altersstruktur des Obstgarten
  • Eine unregelmässige Aufteilung der Bäume erhöht den ökologischen Wert.

 

Last update : 06.04.2017