Hecken, Feld- und Ufergehölze

Hecken, Feld- und Ufergehölze strukturieren die Landschaft und vereinfachen als Korridor oder Biotopverbindung die Mobilität der Arten.

Hecken sind aus verschiedenen einheimischen dornen- oder früchtetragenden Stäuchern, alten hohlen Bäumen und Totholz zusammengesetzt und bieten vielen Tieren Nahrung und Unterschhlupf.

Als Schattenspender für Weidetiere sowie Wind- und Erosionsschutz sind sie auch von grosser Bedeutung für die Landwirtschaft.

Wichtigste Voraussetzungen und Auflagen gemäss DZV

Qualitätsstufe I

Gehölz

 

  • Keine Düngung
  • Keine Pflanzenschutzmittel
  • Sachgerechte Pflege, nur während Vegetationsruhe, mindestens alle acht Jahre, abschnittsweise und maximal auf einem Drittel der Fläche

 

Krautsaum

 

  • Beidseitig der bestockten Fläche je 3 bis 6 m
  • Auflagen für den Pufferstreifen gelten auch für den Krautsaum
  • Schnitt mindestens alle 3 Jahre, Abführen des Schnittgutes obligatorisch, Mulchen verboten
  • 1. Schnitt und Herbstweide: Wie extensiv genutzte Wiese
  • In Weiden: Weidenutzung erlaubt, frühester Weidetermin wie frühester Schnitttermin extensiv genutzter Wiese

 

Verpflichtungsdauer

 

  • Mindestens 8 Jahre

 

Anrechnung

 

  • Bestockte Fläche inkl. Krautsaum als Hecke anmelden (Code 852)

 

Qualitätsstufe II

Gehölz

 

  • Breite des Gehölzes ohne Krautsaum beträgt mindestens 2 m
  • Strauch- und Baumarten einheimisch
  • Mindestens 5 verschiedene Strauch- und Baumarten pro 10 m
  • Mindestens 20 % der Strauchschicht dornentragende Sträucher oder pro 30 m mindestens ein landschaftstypischer Baum (Umfang auf 1,5 m Höhe mindestens 170 cm)

 

Krautsaum

 

  • Maximal zwei Nutzungen pro Jahr
  • Erste Nutzung des Krautsaums wie extensiv genutzte Wiese; Zweite Nutzung frühestens 6 Wochen nach der ersten.
  • Einsatz von Mähaufbereitern verboten

 

Beiträge

 

 

Geeignete Standorte

 

  • Im Ackerland wo Hecken traditionell vorkommen
  • Standorte mit tiefer Produktivität (Böschung, Deiche, Hanglagen, Parzellenränder oder Bachufern)
  • Magerwiesen mit hohem ökologischem Wert vermeiden
  • Parallel zur Bewirtschaftungsrichtung der Parzelle, um die Arbeit möglichst nicht zu behindern, und falls möglich in Nord-Süd-Ausrichtung, um den Schattenwurf zu minimieren
  • Offene Landschaften (Acker- oder Grünland), wo Vögel wie die Feldlerche, Braunkehlchen, Grauammer oder Kiebitz nisten, lediglich Niederhecken (max. 3 m Höhe) anlegen

 

Massnahmen für Flora und Fauna

 

  • Um eine vielfältige Hecke zu erhalten, langsam wachsende Arten weniger häufig als schnellwachsende Arten schneiden
  • Dornensträucher für Vögel wie den Neuntöter fördern
  • Lücken stehen lassen um eine hohe Strukturvielfalt zu erreichen
  • Einige Ast- und Steinhaufen sowie Totholz tragen zur Strukturvielfalt bei und sind Rückzugsmöglichkeit für viele Tiere
  • Krautsäume ab Mitte Juli in Abschnitten schneiden und jeweils einen Teil stehenlassen

 

Last update : 19.12.2018