Ziele und Massnahmen

Welche Arten für die Vernetzung wählen?

Aus den im Perimeter vorkommenden Arten werden aufgrund der Analyse des Ist-Zustands die zu fördernden Arten ausgewählt. Unter diesen Arten wird unterschieden zwischen:

  • Den Zielarten: sind lokal bis regional vorkommende, aber national gefährdete Arten, die erhalten und gefördert werden sollen und für welche die Schweiz in Europa eine besondere Verantwortung trägt. Kommen im Perimeter Zielarten vor, müssen diese berücksichtigt werden.
  • Leitarten: sind charakteristisch für eine Region und repräsentativ für einen bestimmten Lebensraum, d. h. sie kommen dort entsprechend häufiger vor als in anderen Naturräumen. Die Leitarten dienen damit als Messgrösse für die Qualität des Lebensraums, den sie besiedeln.

Die Anzahl der ausgewählten Arten kann je nach Grösse des Projektgebiets und der Vielfalt an naturnahen Lebensräumen unterschiedlich sein. Oft zahlt es sich aus, wenige Arten zu wählen um möglichst gezielte und artgerechte Massnahmen anzuwenden.

Einige Kriterien, nach denen Ziel- und Leitarten ausgewählt werden können, sind:

  • Zeigerarten für ausgewählte Lebensräume,
  • Arten, die stark an die landwirtschaftliche Nutzung gebunden sind,
  • Arten, von deren Förderung weitere Arten profitieren (Schirmarten),
  • leicht beobachtbare, bekannte oder attraktive Arten,
  • Arten mit tragbaren Kosten für Massnahmen zur Erhaltung bzw. Förderung.

Das Dokument Umweltziele Landwirtschaft (BAFU & BLW 2008) enthält eine Liste der landwirtschaftlich relevanten Ziel- und Leitarten.

Die Schweizerische Vogelwarte Sempach hat Leitartenkarten für typische Arten des Landwirtschaftsgebiets (Tiere, Pilze, Moose, Flechten) verfasst. Jede Karte enthält Beschreibung, Biologie, Habitat und Fördermassnahmen einer Art. Mit einem online zugänglichen Auswahlwerkzeug können zudem Arten per Region und Lebensraum ausgewählt werden.

Die Auswahl und das effektive oder potentielle Vorkommen der Ziel- und Leitarten müssen mit einer Feldbegehung überprüft werden.

Welche Ziele für die Vernetzung definieren?

Die Festlegung der Ziele und Massnahmen richtet sich nach den Ziel- und Leitarten. Jede Art wird dadurch spezifische Ziele und die davon abgeleiteten Massnahmen erhalten. Für das Projekt werden die folgenden Ziele festgelegt:

  1. die Wirkungsziele (biologische Ziele) für jede Ziel- oder Leitart. Sie beschreiben die angestrebte Wirkung auf die gewählten Ziel- und Leitarten, welche durch das Projekt zu erhalten oder zu fördern sind. Beispiel: in 8 Jahren soll die Schlingnatter in zwei neuen Sektoren vorkommen.
  2. die quantitativen Umsetzungsziele (Flächenziele) beschreiben die Typen der zu fördernden Biodiversitätsförderflächen (BFF) sowie deren Lage und minimale Quantität. Die DZV verlangt folgende Flächenanteile an BFF:
    • erste 8-jährige Vernetzungsperiode: Im Talgebiet und in den Bergzonen I und II muss je Zone ein Anteil von mind. 5 % der LN des Perimeters als ökologisch wertvolle BFF angestrebt werden.
    • weitere Vernetzungsperioden: Je Zone muss ein Anteil von 12-15 % der LN des Perimeteters an BFF angestrebt werden, davon müssen mind. 50 % ökologisch wertvoll sein.
  3. die qualitativen Umsetzungsziele (Massnahmen)
    • beschreiben Massnahmen auf der BFF, die zusätzlich zu den Bewirtschaftungsvorschriften der Qualitätsstufe I notwendig sind, um den Lebensraumansprüchen der Ziel- und Leitarten zu genügen. Beispiele: In extensiv genutzen Wiesen bei jedem Schnitt alternierend 5-10 % der Fläche stehen lassen für den Schachbrettfalter.

Die Ziele müssen messbar und terminiert sein.

Als ökologisch wertvoll gelten BFF, welche:

  • die Qualitätsstufe II erfüllen,
  • als Buntbrache, Rotationsbrache, Ackerschonstreifen oder Saum auf Ackerland bewirtschaftet werden oder
  • gemäss den Lebensraumansprüchen der ausgewählten Ziel- und Leitarten bewirtschaftet werden.
Last update : 05.02.2018