Geschichte

Ökologischer Ausgleich

1985
Zwei Artikel ergänzen das Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG). Artikel 18ebis enhält eine Liste der besonders schützenswerten Lebensräume und der Artikel 18 1ter führt die Verpflichtung zur Wiederherstellung oder Ersatz beeinträchtigter Lebensräume ein, falls sich die Beeinträchtigung nicht vermeiden lässt.

1988
Der Bund verfasst erste gesetzliche Grundlagen zur Förderung des ökologischen Ausgleichs in den Artikel NHG 18b Abs. 2 und 15 der Verordung über den Natur- und Heimatschutz (NHV).

1993
Inkrafttreten des Artikel 13b des Landwirtschaftsgesetz (LwG) und der Öko-Beitragsverordnung (OeBV) (diese wurde inzwischen abgeschafft und teilweise durch die Direktzahlungsverordnung (DZV) ersetzt). Artikel 13b LwG erlaubt die Genehmigung von ökologischen Beiträgen für besonders ökologische Bewirtschaftungsmethoden. Es werden 16 verschiedene Typen von ökologische Ausgleichsflächen (ÖAF) definiert, wovon mehrere nach spezifischen Methoden abgegolten werden.

1994
Die Schweiz ratifiziert die 1992 im Rahmen der Konferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro verabschiedete Biodiversitäts-Konvention (Agenda 21). Bund und Kantone setzen sich für Massnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt ein.

1996
Der Begriff der Multifunktionalität der Landwirtschaft, der die Landwirte zu ökologischen Leistungen verpflichtet, wird in die Bundesverfassung (Art. 104 BV).

1998 et 1999
Durch die Inkrafttreten der DZV (1. Januar 1999) sowie des Art. 76 LwG, werden ökologischen Leistungen in der Landwirtschaft gestärkt. Direktzahlungsbeiträge sind an einen ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) gekoppelt, der von Landwirten erfüllt werden muss. Dabei müssen 7% der LN (beziehungsweise 3,5% für Spezialkulturen) and ökologische Ausgleichsflächen abgetreten werden.

Öko-Qualitätsverordnung ÖQV

1996
Mehrere Studien zum Effekt der ÖLN zeigen bezüglich der Anzahl bewirtschafteten ÖLN positive Resultate, wobei diese Flächen jedoch oft nicht die erforderliche biologische Qualität aufweisen, um einen befriedigenden Effekt auf die Biodiversität zu haben. Gleichzeitig machen Naturschutzorganisationen auf die schwache biologische Qualität der ÖLN aufmerksam.

1997
Gründung des Nationalen Forums für den ökologischen Ausgleich (NFöA) durch das BLW und BUWAL im Zusammenhang mit dem Europäischen Naturschutzjahr 1995. Dessen Ziel ist die Verbesserung der Effizienz und Effektivität der ÖLN. Dieses Forum agiert als Beratungskommission zwischen Repräsentanten der Naturschutz- und Landwirtschaftsämter von Bund und Kanton, Landwirtschafts- und Naturschutzorganisationen sowie Forschung und Beratungsdiensten. Das Resultat der Diskussionen des Forums führen zu Entwicklung eines "Qualitätssystem" der ÖLN.

1998
Das BLW beauftragt das NFöA mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie von ÖLN-Qualitätskriterien.

1999
Die Resultate der Studie sind positiv. Sie werden teilweise vom BLW übernommen, um biologischen Qualitätskriterien sowie Vernetzungsprojekten von ÖLN zu entwickeln und umzusetzen.

2001
Inkrafttreten der Öko-Qulitätsverordung (ÖQV).

2008
Einführung der extensiven Weiden, Waldweiden und Rebflächen mit natürlicher Artenvielfalt in die ÖQV.
Einführung der Rotationsbrachen in die DZV als neuer ÖLN-Typ.

2010
Flachmoore, Amphibienlaichgebiete sowie Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung können ÖQV-Beiträge für biologische Qualität beanspruchen.

 

Biodiversitätsförderung

2014
Mit der in Kraftsetzung der neuen Agrarpolitik 2014-2017 wurde die Förderung der Biodiversität (BFF) in die DZV aufgenommen. Die ölologischen Ausgleichsflächen heissen heute Biodiversitätsförderflächen (BFF).

Die wichtigsten Neuerungen sind:

  • Es gibt drei Qualitätsstufen für die Biodiversitätsförderflächen
  • Zwei neue BFF Typen wurden eingeführt : "Uferwiese entlang von Fliessgewässern" , "Artenreiche Grün- und Streueflächen im Sömmerungsgebiet".
  • Die Verpflichtungsdauer von BFF Flächen wurde von 6 auf 8 Jahre angehoben
  • Die Dauer der Vernetzungsprojekte wurde von 6 auf 8 Jahre angehoben

2016
Die Qualitätsstufe 3 für Biodiversitätsförderflächen wurde abgeschafft.

Last update : 29.08.2016